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Interview mit Klaus Kessler- Nachhaltigkeit mit Haltung

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Nachhaltigkeit, Umwelt- & Klimaschutz

Klare Fakten statt Greenwashing im Naturhotel

Seit 2019 lassen wir uns regelmäßig als klimafreundliches Hotel zertifizieren. Für 2024 wurde unsere aktuelle Klimabilanz erneut durch ClimatePartner bestätigt: Unsere Gesamt-Emissionen betrugen 76,55 Tonnen CO₂ – das entspricht etwa 3,08 kg CO₂ pro Gast und Nacht.

Die verbleibenden Emissionen gleichen wir über ein SDG-Projekt für sauberes Wasser in Indien aus, das unter anderem Solarleuchten und Wasserfilter fördert. Damit unterstützen wir nicht nur den globalen Klimaschutz, sondern verbessern auch direkt die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort. Doch damit ist unser Weg noch lange nicht zu Ende – im Gegenteil: Wir haben viele neue Ideen und arbeiten stetig daran, unseren ökologischen Fußabdruck weiter zu verringern.

Wie alles begann und warum Nachhaltigkeit für Familie Kessler weit mehr ist als ein Trend, erzählt Seniorchef Klaus Kessler im Interview – über Pioniergeist, Verantwortung und ein paar Worte seiner Mutter.

23. Fakten zum nachhaltigen Hotelalltag Weitere Zahlen über unseren Beitrag zum Klima

Sie haben Ihr Hotel schon früh auf dem Weg zur Nachhaltigkeit geführt. Wie begann Ihre persönliche Reise in Richtung Bio-Hotel und Klimaschutz?

Klaus Kessler: „Der Impuls war ehrlich gesagt eine Mischung aus Überzeugung, Neugier und ein bisschen Sturheit“, lacht Klaus Kessler. „Meine Mama hat damals schon gesagt: ‚Klaus, du musst was Gescheites machen – aber bitte mit Herz!‘ Und recht hatte sie! Nachhaltigkeit war für uns nie ein Geschäftsmodell, sondern eine Haltung. Ich wollte ein Umfeld schaffen, in dem Gäste und Mitarbeiter spüren, dass das, was wir tun, Sinn hat – und dass Nachhaltigkeit nicht etwas Zusätzliches ist, sondern einfach dazugehört.“

Und heute haben Sie weitere Meilensteine erreicht – zum Beispiel die Zertifizierung Ihrer Klimabilanz. Wie war der Weg dorthin?

Klaus Kessler: „2019 haben wir zum ersten Mal unsere CO₂-Bilanz erstellen lassen – das war schon spannend! Da schaut man plötzlich ganz genau hin, wo überall noch ein bisschen Luft nach oben ist. Seitdem arbeiten wir Schritt für Schritt daran, unseren Ausstoß zu verringern. Und weil wir ja gerne wissen, ob wir auf dem richtigen Weg sind, lassen wir das regelmäßig prüfen. 2024 kam dann die erneute Bestätigung von ClimatePartner – und das fühlt sich gut an. Es zeigt uns: Wir sind nicht nur auf Kurs, sondern der Weg macht auch noch Spaß. Und wer mich kennt, weiß – wenn ich einmal anfange, will ich’s dann auch richtig machen!“

Was waren denn konkrete Maßnahmen, mit denen Sie Emissionen vermindert haben?

Klaus Kessler: „Wir setzen ja schon lange auf erneuerbare Energien – nicht, weil’s gerade modern ist, sondern weil’s einfach Sinn macht. Unser Strom kommt aus den eigenen Solaranlagen, das Warmwasser liefert die Photovoltaik, und geheizt wird mit Fernwärme aus Holzhackschnitzeln von Walser Bauern. Also quasi Nachbarschaftshilfe mit Wärmetauscher“, lacht Klaus Kessler. „Und weil Bewegung bekanntlich gesund ist – für Mensch und Klima – fördern wir alles, was ohne Motor geht oder wenigstens leise summt: E-Bikes für Gäste und Mitarbeiter, Elektroautos mit Ladestationen direkt am Hotel. Ganz neu haben unsere NaturTALENTe einen E-Roller der sogenannte „NaturTALENTe-Flitzer“ und im Sommer sind auch der Walser-Bus und die Bergbahnen für den Gast kostenlos dabei. Da kann man das Auto getrost stehen lassen – oder wie wir sagen: Schlüssel abgeben, Freiheit einschalten.“

Das klingt nach einem breiten Maßnahmenmix. Aber natürlich bleibt etwas, was man aktuell nicht vermeiden kann. Wie gehen Sie mit dem Rest um?

Klaus Kessler: „Genau – wir machen da keine halben Sachen. Uns ist wichtig, zwischen Reduktion und Kompensation zu unterscheiden. Zuerst schauen wir, wo wir selbst etwas besser machen können – weniger Energie verbrauchen, effizienter werden, umdenken. Und erst das, was wirklich nicht vermeidbar ist, gleichen wir dann über zertifizierte Klimaschutzprojekte aus. Das heißt: Wir kaufen uns kein reines Gewissen, sondern investieren bewusst dort, wo’s Sinn macht. So wird unser Fußabdruck Schritt für Schritt kleiner – und das fühlt sich einfach richtig an. Oder wie meine Mama immer sagt: „Wer sauber lebt, schläft auch besser!‘“

Eine Frage zur Kommunikation: Wie stellen Sie sicher, dass solche Green Claims nicht als „etwas versprechen und nichts liefern“ verstanden werden?

Klaus Kessler: „Transparenz ist uns ganz wichtig – ich sag immer: ‚Nur wer ehrlich hinschaut, kann’s auch besser machen.‘ Unsere Klimabilanzen werden extern geprüft, wir legen offen, wie viele Tonnen CO₂ wir verursachen und wie viel pro Gast und Nacht anfällt. Und natürlich sagen wir auch ganz klar, welche Projekte wir unterstützen, um das auszugleichen. Was wir nicht machen, sind diese großen Schlagworte à la ‚komplett klimaneutral durch Ausgleich‘ – das klingt zwar schön, ist aber oft zu einfach gedacht. Wir wollen lieber zeigen, wo wir wirklich stehen, was wir geschafft haben und wo wir noch besser werden können. Denn ehrliche Zahlen sind uns lieber als perfekte Werbesprüche.“